Elfi Döring

54 Jahre alt, Deutschland, 4 Kinder und 2 Enkelkinder, arbeitet als Krankenschwester. Gehört zur Schönstattbewegung Frauen und Mütter.

Welche Erfahrungen haben Sie als Frau geprägt?

Natürlich wurde ich, wie jeder Mensch, durch mein Elternhaus und meine Erziehung, durch den Status meiner Familie und die Kultur geprägt! Aber am nachhaltigsten hat meine Persönlichkeit Schönstatt und seine Spiritualität geformt und positiv beeinflusst. Und das vor allem mein Frausein und mein So-Sein! In Schönstatt habe ich an lebendigen Beispielen erlebt, wie modern und lebendig der Glaube an Gott ist. Und dass ich als Frau dort, wo ich stehe und so wie ich bin, meine kleine Umwelt positiv mitgestalten kann. Das war für mich als Jugendliche attraktiv und hat bis heute nichts an Faszination verloren, obwohl mein Leben sich mehrfach total verändert hat.

Eine weitere Prägung war die Erfahrung im Glauben, dass Jesus für meine ganz persönliche Schuld gestorben ist, dass sie vergeben ist und ich immer wieder neu anfangen darf, so wie es nach jeder Nacht einen neuen Tag gibt. Das finde ich so froh machend, auch wenn ich weiß, dass ich wieder und wieder die gleichen Fehler mache.

Wo in Ihrem Leben haben Sie Gott erfahren?

Gott habe ich in meinem ganzen Leben immer wieder in unterschiedlicher Intensität erfahren und erlebt. So wie in der Geschichte „Spuren im Sand“ habe ich es auch tatsächlich bis heute empfunden: Mein Elternhaus war konservativ katholisch geprägt. Wir haben das ganze Brauchtum und alle Sakramente treu und regelmäßig etabliert. Gott war aber für mich zu der Zeit nur in der Kirche zu finden. Richtig lebendig wurde mir Gott erst, als ich Schönstatt kennen lernte und ich erfuhr, dass er jeden Tag und immer in meinem Leben dabei sein möchte. Ganz deutlich und sehr intensiv habe ich ihn 3-mal erfahren dürfen, als es um Entscheidungen zu meinem Lebensweg ging. Das waren zugleich traurige und letztendlich beglückende Ereignisse, da ich im Nachhinein sehen konnte, wie gut es Gott mit mir meint und wie sehr er mich liebt, auch wenn ich in den entsprechenden Situationen seine Fügungen nicht verstehen konnte.

Was sehen Sie als die Herausforderung für Frauen heute?

Die Herausforderung für Frauen sehe ich darin, dem Verlust an Wert und Wahrheit durch das Leben entgegen zu wirken. Es ist nicht alles wahr, was an Informationen heute durch die Welt und Köpfe kursiert. Und nicht alles, was wahr und möglich ist, hat im Leben Bestand. Wenn die Frau, da sie näher am Leben steht, sich an Gottes Wahrheit und Wirklichkeit orientiert und glaubwürdig zu verkörpern sucht, ist das eine große Aufgabe und Herausforderung.

Was möchten Sie durch Ihr Leben in dieser Welt verändern?

Gott ist die Liebe und als solcher ist er auch barmherzig mit uns Menschen. Dieses Bewusstsein und diese Wahrheit möchte ich durch mein Leben zu den Menschen bringen. Denn wenn jeder ein klein wenig barmherziger mit seinem Nächsten und seiner Umgebung umgehen würde, um wieviel besser würde es schon auf der Welt aussehen. Und vom Klimawandel müssten wir auch nicht mehr sprechen!